Sektionen

Ferrara Orte der Literatur - Ludovico Ariosto in Ferrara

Ludovico Ariosto wurde 1474 in Reggio Emilia geboren. Er war Sohn einer adeligen ferrareser Familie und ließ sich 1484 in Ferrara nieder. Hier studierte er zunächst Rechtswissenschaften, wechselte später aber zur literarischen und filosofischen Fakultät über.
Ferrara Orte der Literatur - Ludovico Ariosto in Ferrara

Im Jahr 1503, nach dem Tod seines Vaters, sah er sich gezwungen, für den Unterhalt seiner Familie aufzukommen. Er trat in die Dienste des Kardinals Ippolito d’Este, eines Bruder des Herzogs Alfonso I., ein und übernahm für diesen zahlreiche administrative und diplomatische Aufgaben. Die Tatsache, daß er nicht gerade zum Leben am Hofe berufen war, brachte ihm in diesen Jahren viel Unbehagen und Verbitterung ein. Dennoch schaffte er es, seinen Studien nachzugehen und gab 1516 die erste Ausgabe des Orlando Furioso heraus.
Ein Jahr später wechselte er in die Dienste von Alfonso I. Wegen seiner kritischen finanziellen Verhältnisse mußte er eine Stellung als herzöglicher Kommissar des Gebiets der Garfagnana annehmen, die er von 1522 bis 1525 innehatte. In diesen Jahren schrieb er seine berühmten Satiren. Nach der Rückkehr nach Ferrara widmete er sich ganz der Überarbeitung des Orlando Furioso, der 1532 in definitiver Fassung erschien. Ein Jahr später starb Ariosto.

Case degli Ariosto
Via Gioco del Pallone, 29/31 - Privateigentum, nicht zu besichtigen
Diese beiden großen Häuser waren lange Zeit Wohnhäuser der Familie. Auch Ludovico Ariosto lebte hier, bevor er sein eigenes Haus erstand. Auf der Fassade des Hauses Nr. 29, an der Ecke mit dem Vicolo del Granchio befindet sich ein marmornes Wappen der Familie.

Casa di Ludovico Ariosto
Via Ariosto, 67
Mit dem Erwerb dieses Hauses realisierte Ariosto seinen Traum, sich vom ungeliebten herzöglichen Hofe fernzuhalten und in Ruhe zu leben.
Dieses Haus, in dem Ludovico Ariosto die letzten Jahre seines Lebens verbrachte, wurde wahrscheinlich nach einem Entwurf von Girolamo da Carpi errichtet. Auf seiner einfachen, aber eleganten Backsteinfassade ließ der
Dichter folgenden Spruch anbringen: Parva, sed apta mihi, sed nulli obnoxia, sed non sordida, parta meo, sed tamen aere domus. (“Das Haus ist klein aber passend für mich, sauber, nicht mit Abgaben belastet und allein mit meinem eigenen Geld erstanden”).
Ariosto verfasste hier die dritte und definitive Ausgabe seines Hauptwerks Orlando furioso, die 1532 erschien.

Chiesa di San Benedetto
Piazzale San Benedetto
Die heutige Kirche ist eine Kopie des von Biagio Rossetti entworfenen und durch eine Bombardierung zerstörten ursprünglichen Baus. Hier befand sich vom Tod Ariostos bis zum Beginn des 19. Jh. das Grab des Dichters. Es wurde von zahllosen Persönlichkeiten besucht, die auf der Durchreise durch Ferrara kamen oder eigens für den Besuch des Grabes anreisten. Im Jahr 1801 ließ die französiche republikanische Regierung das Grabmal in einer feierlichen Prozession zum Palazzo Paradiso versetzen, wo es noch immer zu besichtigen ist.

Tomba dell’Ariosto – Biblioteca Ariostea
Via delle Scienze, 17
Das prunkvolle Grabmal aus unterschiedlichem Marmor ist ein Werk von Giovan Battista Aleotti; es befindet sich in einem der bedeutendsten Säle des Palazzo Paradiso, in dem auch Ausstellungen von Dokumenten und Büchern stattfinden. Gekrönt wird das Grabmal von einer Büste des Dichters und von dem mehrfarbigem Wappen der Familie. Die Bibliothek, die nach Ariosto benannt ist, verfügt über viele Originalmanuskripte, etwa 650 Ausgaben seiner Werke (darunter alle älteren und kostbareren) und ein bemerkenswertes Portrait in Öl, das nicht immer ausgestellt ist. Weitere an Ariosto erinnernde Elemente sind eine große Gedenktafel auf dem Absatz der Ehrentreppe sowie eine Gipsbüste über der Tür des Katalogsaals.

Piazza Ariostea
Im Zentrum des Platzes erhebt sich eine schön verzierte Säule aus dem 16. Jh., auf der eine Statue des Dichters von Ambrogio Zuffi zu sehen ist.





Orte auf der Reiseroute

Informationsbüro

zuletzt verändert: 08.10.2015 05:37
Chiudi menu
Touristische Infos