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MEIS Nationalmuseum des italienischen Judentums und der Shoah

Das unter italienischem Recht im Jahr 2003 gegründete MEIS (Museo Nazionale dell'Ebraismo Italiano e della Shoah) hat sich das Ziel gesetzt, die Geschichte und Kultur des italienischen Judentums zu erzählen
MEIS Nationalmuseum des italienischen Judentums und der Shoah
Der für das Nationalmuseum des italienischen Judentums und der Shoah ausgewählte Standort ist der im Jahr 1912 erbaute und 1992 aufgegebene Komplex des ehemaligen Gefängnisses in der Via Piangipane im Süd-Ostteil der Stadt. Diese Auswahl wurde durch den Wunsch geleitet, für die Stadt einen Ort der Absonderung und des Ausschlusses wiederherzustellen und einen Raum der Ausgrenzung, der dicht am ehemaligen Ghetto Ferrara liegt, frei zugänglich zu machen.
Im Jahr 2011 war die Sanierung des Gebäudes in der Via Piangipane abgeschlossen: seitdem sind dort die Räumlichkeiten der Stiftung des Nationalmuseums des italienischen Judentums und der Shoah untergebracht, die mit der Verwaltung der Museumsaktivitäten beauftragt ist. Hier finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Tagungen statt.

Das Museum erfüllt insbesondere die folgenden Aufgaben: Nahebringung der Geschichte, der Leitgedanken und Kultur des italienischen Judentums, Fördern didaktischer Aktivitäten und Organisation von Kundgebungen, nationale und internationale Treffen, Tagungen, dauerhafte und temporäre Ausstellungen über Themen des Friedens und der Brüderschaft zwischen den Völkern und Begegnungen zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen.
Zu den Hauptaktivitäten des MEIS gehören ab dem Jahr 2010 die Organisation des Festes des Jüdischen Buches in Italien sowie verschiedener temporärer Ausstellungen.

Mit der Ausstellung „Juden, eine italienische Geschichte. Die ersten tausend Jahre“ im MEIS - Nationalmuseum des italienischen Judentums und der Shoah öffnet sich das Judentum für Nicht-Juden und erzählt einem großen Publikum, wie die vitale und ununterbrochene Präsenz der Juden in unserem Land seit mehr als zwei Jahrtausenden wesentlich zur italienischen Geschichte und Kultur beigetragen hat, in Zeiträumen des Zusammenlebens und fruchtbaren Interaktionen und Zeiträumen der Verfolgung.

Das MEIS begleitet die Besucher bei der Entdeckung einer überraschenden und unbekannten Geschichte, eine unwiederholbare Reise in das jüdische Italien, von der Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Römer bis zum Leben unter Julius Cäsar, von der Beziehung zu den Heiden und zum zur offiziellen Religion erhobenen Christentum, bis zur Zerstreuung der Juden, von ihrer Rolle in Süditalien bis zum Dialog zwischen der christlichen, jüdischen und arabischen Kultur im Sizilien des Mittelalters.

Durch mehr als zweihundert wertvolle Objekte - wenig bekannte oder niemals zuvor ausgestellte Manuskripte, Inkunabeln und mittelalterliche Dokumente, Inschriften aus der Römerzeit und dem Mittelalter, Ringe, Siegel, Münzen, Lampen und Amulette aus Museen der ganzen Welt - kommuniziert der Gang die Einzigartigkeit der jüdischen Geschichte in Italien und belegt, dass diese Bestandteil der italienischen DNA ist.

Die Ausstellung, die das erste Segment der Dauerausstellung des MEIS darstellt, kommuniziert auf originelle Art die Einzigartigkeit der Geschichte des italienischen Judentums und beschreibt zum ersten Mal in einem solchen Umfang, wie die jüdische Präsenz sich ab der Römerzeit (2. Jahrhundert v. Chr.) bis zum Mittelalter (10. Jahrhundert n. Chr.) entwickelt hat und wie die Juden in Italien ihre ureigene Identität aufbauen konnten, auch im Gegensatz zu anderen Orten der Diaspora.

Als Einleitung der Themen der Ausstellung wird in der Multimedia-Veranstaltung „Mit den Augen der italienischen Juden“ in vierundzwanzig Minuten die Geschichte des Landes aus Sicht seiner jüdischen Einwohner erzählt.

Eröffnung

Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr.

Preis

€ 8,00, ermäßigt € 6,00 (Gruppen zwischen 8 und 25 Personen); Schulen € 5,00 (zwei Begleiter pro Klasse haben freien Eintritt). Für Kinder unter 6 Jahren, Behinderte, Journalisten, Soldaten, Touristenführer, ICOM-Mitglieder freier Eintritt.

Frei

  • Kinder bis 6 Jahre
  • Disabled persons with one accompanying person
  • Tourist guides
  • Journalisten
zuletzt verändert: 10.05.2019 10:55
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